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Umgschulte Linkshänder

 Das permanente, dauerhafte Schreiben mit der nicht dominaten Schreibhand (Umschulung der Händigkeit) kann zur falschen Belastung und Blockaden im Gehirn führen.

Diese können den Betroffenen individuell in unterschiedlichen Ausmaß stören und beeinträchtigen.

Dabei hängt die schwere der Problematik nicht davon ab, ob die Umschulung der Händigkeit durch Nachahmung seiner rechtshändigen Umwelt oder dazu gezwungen wurde, mit der rechten, nicht domintanten Hand zu schreiben.

Einige umgeschulte Linkshänder können die Belastungen kompensieren, so dass es zu keinen nach außen sichtbaren Beeinträchtigungen kommt.

Ein Teil nimmt schwächen in einzelnen typischen Bereichen wahr und eine weitere Gruppe ist stärker betroffen. Sie haben folgenschwere und extreme Probleme, die alle Bereich des Lebens negativ beeinflussen.

 Primäre Umschulungsfolgen können sein:

Raum-Lage-Labilität, Unterscheidung  von „rechts“ und „links“

Feinmotorische Probleme beim Schreiben, allgemeine Ungeschicklichkeit z.B.  beim  Handwerken

Legasthene Probleme, Buchstaben oder/und Zahlen werden verdreht

Gedächtnisstörungen, besonders unter Stress, beim Abrufen von Lerninhalten, die vorher beherrscht wurden

Konzentrationsstörungen

Sprachstörungen z.B. Schwierigkeiten sich verständlich auszudrücken

 Aus diesen primären Umschulungsfolgen können sekundäre psychische Probleme entstehen:

Minderwertigkeitskomplexe, Unsicherheit, Zurückgezogenheit, Überkompensation durch erhöhten Leistungseinsatz, Trotzhaltungen, Widerspruchsgeist, Imponier- und Provokationsgehabe (z.B. "Klassenkasperle spielen") im Unterricht, und im Erwachsenen alter die Rolle des Clowns und des andauernden , oft krampfhaften Witzemachers, unterschiedlich ausgeprägte Verhaltensstörungen, Bettnässen, Nägelkauen, emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter mit neurotischen und/oder psychosomatischen Symptomen, Störungen der Persönlichkeit

 

Beachtenswert ist das Gefühl der Betroffenen, sich auf seine Leistungsfähigkeit nicht verlassen zu können. Man wirkt oft "dümmer" als man tatsächlich ist. Dies wirkt dauerhaft zermürbend und führt zu sozialen RÜckzug oder einer überfordernden "Jetzt-Erst-Recht-Haltung", die in ein Burn-Out-Syndrom münden kann.

Bei umgeschulten Linkshändern ist folgender Satz oft zu finden: "Könnte bessere Leistungen erzielen".

JedeR umgeschulte LinkshänderIn kann die Symptome unterschiedlich erleben. Dieses Erleben kann nur selten erklärt werden. Es ist kein Zusammenhang erkennbar.

Alle unter Primär- und Sekundärfolgen aufgeführten Schwierigkeiten können natürlich ebenfalls ohne eine Umschulung der Händigkeit auftreten und zwar genauso bei Links- wie Rechtshändern. Durch eine zusätzliche Umschulung der Händigkeit werden aber diese Schwierigkeiten noch unverhältnismäßig verstärkt.

 Je länger die Umschulung in der Vergangenheit liegt, desto geringer erscheint die Ursache fassbar.

  Quelle: Dr. Barbara Sattler "Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im Gehirn=